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Kleines Kind - Großes Fest?

Kleines Kind - Großes Fest?

Großes Fest! – Kleines Kind.

So empfinden wohl die meisten Menschen das Weihnachtsfest. Mit großem Aufwand für ein gelingendes Weihnachtsfest bereiten sie sich vor. Da muss alles perfekt sein: Der Christbaum – wohlgewachsen und in der modernsten Weise geschmackvoll geschmückt. Das Weihnachts-Essen unterliegt höchsten Ansprüchen: etwas Ausgefallenes, kein Alltagsessen, ein Menü mit mehreren Gängen, mit auserlesenen Zutaten und ausgesuchtem Dekor. Die Wahl der Geschenke: von extravagant bis nützlich, etwas Besonderes, auf jeden Fall passend und niemanden vergessend. Es ist schließlich das große Fest der Liebe. Da muss die Stimmung passen und alles nur Erdenkliche dafür getan werden - Großes Fest. Weihnachten, das Fest der Liebe. Mit Schneekugel-Kitsch, Likörpralinen, mit häufig genug erzwungenem Wir-haben-uns- lieb und all dem gerade Genannten hat es aber wenig zu tun.

Die Liebesbotschaft von Weihnachten ist eine andere. In ihrem Zentrum steht ein kleines Kind! Diese Botschaft heißt deshalb:

Kleines Kind! – großes Fest.

Im Mittelpunkt steht die Geburt dieses Kleinen, in einem Stall, im kalten Winter. Die Botschaft richtet sich zuerst an Hirten, Leute am gesellschaftlichen Rand: ausgestoßen und verachtet. Sie richtet sich damit an uns alle, wo wir traurig sind und einsam, wo wir vergessen und unglücklich sind. Wir hören mit den Hirten die Engelsstimme: »Siehe, ich verkündige euch große Freude: Euch ist heute der Heiland geboren! ‚Ihr seid geliebt‘!« Nicht, dass da irgendwo in einem gottverlassenen Stall Betlehems - unter widrigsten Umständen also - irgendein Kind zur Welt gekommen ist, ist die Botschaft. Sondern: Für dich, in dir ist der Heiland, der Retter geboren: Das kleine Kind ist Gott selbst! Der Stall ist dein Herz und in ihm ist Gott geboren: Die Liebe Gottes ist in dir: Du bist geliebt. Alle Menschen sind auf der Suche nach einem Zuhause und wissen insgeheim, dass sie dieses Zuhause nicht in der Welt da draußen finden können, wenn sie es nicht in sich selbst finden. Das Zuhause ist in mir, der Ort, an dem ich geliebt und geborgen bin, der Ort in mir, an dem Christus geboren wird: Ich in Gott und Gott in mir.

Ich wünsche euch und Ihnen allen, an diesem Weihnachtsfest zu sich nachhause zu finden. Dann ist es das große Fest der Liebe, weil es die Geburt des kleinen Kindes in euch ist. Ihr seid Geliebte - deshalb sollt und könnt ihr euch um die kümmern, die euch brauchen.

 

Als so Gesegneten wünsche ich euch und Ihnen zugleich ein gutes neues Jahr 2020.

Andreas Bader, Pastor

Eintrag vom: 26.11.2019