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Ökumenisches Grußwort von Pfr. Claus Themann (St. Ludger Selm)

Ökumenisches Grußwort von Pfr. Claus Themann (St. Ludger Selm)

 Liebe Mitchristen,

„Ist Gott noch meine Baustelle?“

– Eine gewiss seltsame Frage für ein Grußwort im Osterpfarrbrief, aber vielleicht gar nicht so unberechtigt.

Bei uns in der katholischen Gemeinde wird rund um St. Josef und auch an anderen Stellen derzeit viel gebaut. Manche dieser Baustellen sind sichtbar, vielfach sind die einzelnen Schritte, die beraten, verändert und entschieden werden, gar nicht zu sehen. Sichtbar wie unscheinbar eine große Veränderung, die auch für das Innere spricht. Auch als Pfarrei „bauen“ wir um, haben Ende letzten Jahres unseren Pastoralplan veröffentlicht. Ein Plan für die kommenden fünf Jahre; ein Plan, der die „Veränderungen als Gemeinde“ begleiten soll. Ein wichtiger Punkt darin: Wir sind als Pfarrei, als Glaubende in der Veränderung Zuhause. Gerade die Veränderung ist das gleichbleibende. Keine Gruppe, kein Gottesdienst, kein Angebot bleibt immer gleich. Gerade hier geschehen Veränderungen langsam und unscheinbar.

Die äußeren Baustellen sind mit Ausdruck dafür, dass wir uns als Pfarrei verändern. Und der Schritt geht weiter. Ich als Christ und als Mensch bin immer in Veränderung begriffen. Ich bin nicht einfach am Ende mit meiner Entwicklung, bin nicht am Ende mit meinem Glauben. Auch mein Glaube ist nicht dem Kinderglauben entwachsen und damit in irgendeiner Weise fertig geworden. Im Gegenteil, auch heute verändert sich mein Glaube, verändert sich mein Bild von Jesus, von Gott und vielen Glaubensinhalten mehr. Wenn wir als Erwachsene mit der Glaubensentwicklung fertig wären, bräuchten wir nicht immer wieder Karfreitag und Ostern feiern.

Sie ist sehr berechtigt, die Frage: Ist Gott noch meine Baustelle? Ist Gott noch Ihre Baustelle? Was gibt es zu diesem Osterfest Neues an Gott zu entdecken? Oder habe ich die Baustelle Gott geschlossen, erwarte nichts Neues mehr von Ihm, keine Veränderung meines Bildes von Gott?

Die Jünger und Jüngerinnen Jesu hatten eine große Baustelle vor sich, Auferstehung zu verstehen und in ihr Leben hinein zu übertragen. Ein Lernweg, der zu wachsender Osterfreude führte, der sie in eine neue Freiheit, ein neues Weltdenken führte. Denn nach diesem Leben geht das Leben ja erst richtig los. Osterfreude zog ihre Kreise, Gottes begeisternde Liebe, die mutig neue Wege gehen ließ. Diese neuen Wege veränderten so viel, dass wir heute Christen sind.

Darum wünsche ich Ihnen diese Osterfreude, die daraus entsteht, dass wir uns verändern, daraus, dass unser Glaube noch nicht fertig ist, dass Gott weiter unsere Baustelle ist.  

Ihr Pfr. Claus Themann

Eintrag vom: 08.04.2019