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Andacht

Andacht
Advent - Zeit der gemischten Gefühle

Jedes Jahr beginnt am 1. Advent ein neues Kirchenjahr, schon vor dem 1. Januar. Der Advent kommt irgendwie „dazwischen“ mit seinen vier Wochen des Wartens auf den Heiligen Abend.
Der heiße Sommer ist vorüber. Gegenwärtig ist das Trübe der Tage und die Sehnsucht nach Licht. Gegenwärtig bleibt auch, was uns in den vergangenen Wochen und Monaten in Atem hielt, all das Unfertige und das Missratene, das Missglückte und Liegengebliebene – auch das, was wir anderen … und uns selbst, was wir Gott schuldig geblieben sind.
Wie gut, dass der Advent „dazwischenkommt“. Eine neue Zeit mit anderer Stimmung, mit vielen Liedern, mit besonderem Gebäck, dem „Adventskranz“, der Vorfreude besonders der Kinder: mit neuer Hoffnung. Das Alte – es ist nicht einfach verschwunden, aber es ist gemischt, „aufgemischt“ mit dem Anderen, dem Neuen. Schon in dieser Mischung wiegt das Alte nicht mehr so schwer.

In den vergangenen Wochen ist mir dazu ein altes Adventslied wieder nahe gekommen. Es handelt von Maria und ihrem Weg durch den Dornenwald. Altes, Belastendes, Missratenes kann sein wie „Dornen“, die schon sieben Jahre kein Laub getragen haben – wie es im Lied heißt. Wehe dem, der damit allein bleibt, davon nicht loslassen kann.
Maria ist nicht allein: Sie trägt das Kind unter ihrem Herzen, das Kind ohne Schmerzen. Sie verlässt sich darauf – ganz und gar. Und das Wunder geschieht: „Da haben die Dornen Rosen getragen – als sie das Kindlein durch den Wald getragen.“ Dornen bleiben Dornen – jetzt aber tragen sie Rosen: Das Trübe, Belastende, Beschwerliche ist mit neuem Aufbrechen, neuer Hoffnung, mit blühenden Rosen „gemischt“. Die Last wird leichter. Sie steht nicht mehr im Mittelpunkt.

Für Maria hat das Vertrauen auf das Kind unter ihrem Herzen dieses Wunder geschehen lassen. Was wäre, wenn dieses Kind auch in uns geboren würde? Es würde auch unsere „Dornen“ zum Blühen bringen, wenn wir denn darauf vertrauen – in diesem Advent und darüber hinaus.


So wünsche ich Ihnen allen eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit
und ein gesegnetes Jahr 2019.

Andreas Bader, Pastor
Eintrag vom: 22.11.2018