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Ich glaub, ich steh im Wald

Ich glaub, ich steh im Wald

Eine fantastische Idee war das: Während des Kirchentages in Dortmund hatte man das Kirchenschiff der Petrikirche in einen Wald verwandelt.
Als ich am ersten Tag des Kirchentages die Kirche betrat, machte ich große Augen und es umfing mich intensiv der wunderbare Geruch eines Nadelwaldes. Mit Spänen, Rindenmulch, Moos und Zweigen hatte man einen Waldboden ausgelegt.
50 Fichten und große Äste von verschiedenen Laubbäumen ließen die BesucherInnen des Kirchentages mitten in der Kirche in einen Wald eintauchen. In Fühlboxen aus Birkenstücken konnte man z.B. Moos, Federn oder Fichtennadeln ertasten; auf kleinen „Lichtungen“ gab es Musik, Vogelgezwitscher oder Andachten per Kopfhörer und verschiedene Texte luden zum Nachdenken ein.
Mitten Dortmund betrat ich für eine Atempause eine Kirche und stand plötzlich in einer schönen Oase - im Wald.

Am letzten Tag des Kirchentages schlenderten wir noch durch die nun sehr leer wirkende Innenstadt. Die Petrikirche hatte noch geöffnet und auf dem Weg zum Bahnhof gingen wir hinein. Es stand noch alles und die Fichten hielten die Oase eines Waldes auch noch aufrecht. Aber die vielen Äste und Zweige der Laubbäume waren vertrocknet. Braun und schlapp erzählten sie davon, dass der Kirchentag zu Ende war – aber auch: dass dieser Wald eben nur eine Illusion war.

Das Entscheidende fehlte jedem einzelnen Baum und Strauch dort: die Wurzeln; die Möglichkeit, Wasser aufzunehmen. Der erste Psalm der Bibel erzählt von diesem Unterschied – zugegeben – sehr plakativ:
Wer mit Gott lebt, der ist, wie ein Baum, der verwurzelt ist am Wasser. Sein Leben hat Saft und Kraft, bringt etwas Sinnvolles, Lebenspendendes hervor - sein Leben gelingt.
Die anderen, die ohne Gott ihr Leben gestalten, sind wie Bäume ohne Wurzeln und Nahrung. Sie bestehen nicht. Sie sind, wie der Wald in der Kirche – eine Illusion. Ist das so einfach? Ist das so schwarz-weiß – bzw. grün-braun?
Für mich ist dieser Psalm eine Einladung, mich zu be-sinnen:
Er erzählt mir, dass es eine Quelle gibt, an der es sich lohnt, zu wurzeln.
Er erzählt mir, dass Gott mein Leben versorgen will, mit dem, was ich brauche.
Er lädt mich ein, immer wieder mal zu überprüfen, ob es wirklich das ist, was meine Welt mir so anbietet, oder ob ich mein Sein mit einem schönen Schein verwechsle.
Wohl dem…beginnt der Psalm – also: Herzlichen Glückwunsch dem, der Lust hat, über Gottes Wort nachzudenken…sich darin zu verorten, darin zu wurzeln, wie ein Baum am Wasser. Das macht Sinn, sagt der Psalm – das gibt Sinn; das lässt etwas Sinnvolles entstehen.

Man kann das ganz alleine für sich tun… über Gottes Wort nachdenken.
Muss man aber nicht!
Der Herbst drängt uns unsere elementaren Lebensfragen auf. Die vergehende Natur, die dunkler werdende Zeit, die Gedenktage…fragen uns nach Werden und Vergehen, nach dem Sinn.

Sie sind herzlich eingeladen, ihre Fragen mit uns gemeinsam zu stellen und auszuhalten…nach Antworten zu suchen…die Wurzeln zu gründen, wo Gott unserem Fragen Sinn zuspricht. In diesem Gemeindebrief finden Sie unterschiedliche Möglichkeiten und Gelegenheiten dazu.

Es grüßt Sie herzlich Ihre Petra Grohnert, Diakonin

Eintrag vom: 22.08.2019