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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

Positive Blicke

Positive Blicke

Positive Blicke

Man kann die Natur
mit ganz verschiedenen Augen
betrachten.
Man kann sie von der positiven
oder von der negativen Seite aus
sehen.
Oft hängt das
von den kleinen Erlebnissen ab,
die ganz leicht
bei gutem Willen
zu verändern sind.

Wenn man sich z.B. mit positivem Blick
ein Stückchen Natur betrachtet,
wie es hier auf dem Linolschnitt gezeigt wird,
dann kann man sich
über die freundliche Begegnung
von Marienkäfer und Schnecke freuen.
Oder oben im Bild spürt man
zwischen Schmetterling und Libelle
eine warme Berührung.
Versuchen Sie doch einmal,
bei einem negativen Erlebnis
in Ruhe dieses Bildchen zu betrachten!
Hartmut Werdermann

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Für die Titelblattgestaltung der Sommerausgabe unseres Gemeinde-briefes haben wir bei Herrn Hartmut Werdermann um ein Bild nach-gefragt. Und wir danken ihm herzlich, dass er dieser Bitte so freundlich nachgekommen ist und uns Bild und Text zur Verfügung gestellt hat. Dabei ist auf jedem Titelbild eins seiner Werke abgebildet! Denn Herr Werdermann – pensionierter Lehrer, lang-jähriger Presbyter unserer Gemeinde und sehr begabter Zeichner und Maler – hat das Logo der Kirchengemeinde Selm entworfen, das die Borker St. Trinitatis-Kirche und die Kirche am Markt in Selm zeigt.
„Positive Blicke“ hat Hartmut Werdermann seine Gedanken über-schrieben, die er seinem Linolschnitt zur Seite stellt. Solch positive Blicke sind nicht selbstverständlich. Vertrauter ist uns oft das beharr-liche Schauen auf Negatives und Schwieriges. Hartmut Werdermann setzt dagegen auf den sorgsamen Blick, der die Schönheit im Kleinen nicht übersieht. Auf seinem Bild sind die Details solcher Schönheit liebevoll herausgearbeitet und regen uns an, es ihm gleich zu tun. Mir kommt es vor, als habe Hartmut Werdermann den Lieddichter Paul Gerhardt beim Wort genommen, dessen Sommerlied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ wir in diesen Wochen so häufig singen.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier und siehe wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben

So heißt es dort in der ersten Strophe. Wir können, ja sollen ausgehen und Freude suchen; mit dem Herzen, mit den Augen und Ohren uns auf die Suche machen. Paul Gerhardt lädt uns ein, anzuschauen, was um uns herum ist, was es alles gibt in unserer Welt. Und der Dichter, dessen persönliches Leben von viel Leid geprägt war, schaut selbst genau hin. Strophe für Strophe beschreibt er Gottes Schöpfung und lobt Gott für dieses Geschenk. Ein Geschenk, das wir nicht miss-brauchen und zerstören dürfen, sondern als ein staunenswertes Wunder und unerschöpfliches Geheimnis erkennen und bewahren sollen. Das Herz ist übervoll angesichts all der Schönheit, die man entdecken kann:

Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.

Aber damit ist er noch nicht am Ende. Was er sieht und was ihm so gut gefällt, das wird ihm noch in anderer Weise zum Vorbild.

Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein!
Wie muss es da wohl klingen,
da so viel tausend Seraphim mit unverdrossenem Mund und Stimm
ihr Halleluja singen.

Wenn doch schon, so Paul Gerhardt, unsere Gärten, Bauteile der Schöpfung Gottes, so schön und prächtig sind, wie wunderbar erst muss dann der Garten Christi sein, der uns versprochen ist seit Jesus Christus gestorben, aber nicht im Tod geblieben ist.


Eine frohe Sommerzeit voller schöner Entdeckungen wünscht Ihnen
Ihre Heike Scherer, Pfarrerin

 

Eintrag vom: 01.08.2013