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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

Andacht

Andacht

Ostern

Die himmlische Heimat in uns finden – Auferstehen zum Leben

Von »Gott«, »Himmel« und »Auferstehung « können nur lebendige, erlebbare Geschichten berichten. Wie kommt »Gott« in meinem Leben vor, wie kann ich »Auferstehung« schon jetzt erleben? Ich brauche dazu einen Weg, der von der bloßen Oberfläche meiner Alltäglichkeit wegführt. Ich folge der Spur des Sehnens zu mir selbst: In Gedanken stelle ich mir vor, ich stände in der vulkanischen Welt Islands im Kreis mit vielen anderen um ein Loch. Aus dem blubbert und dampft es. Mehr als das leere Loch ist nicht zu sehen am Rand des geheimnisvollen Geysirs – auf längere Zeit.

Viele gehen weg – ihnen ist langweilig geworden. Hier gibt es anscheinend nichts zu sehen, nichts zu erleben. Wenige bleiben, warten geduldig, werden nicht müde – in der Gewissheit, dass sich das Wunder ereignen wird.

Dann – plötzlich – »wumm« und die Wasserfontäne springt in einem gewaltigen Satz 40-50 Meter hoch. Das Verborgene zeigt sich, das Wunder geschieht. Die noch Gebliebenen sind ergriffen. Staunend und ohne nachzudenken sind sie in das Ereignis hineingenommen.

Das Ursprüngliche und Tragende zeigt sich, wenn ich mich einlasse, geduldig bleibe, achtsam, still werde. Der Weg nach innen offenbart, was tatsächlich trägt und im Leben hält. Glaube an die Auferstehung ist das Vertrauen darauf, dass in meiner Leere das ursprünglich Tragende nicht verloren ist. Auch in meinem Tod, in Leiden und Sterben bleibt das Leben-Stiftende. Es ist erlebbar, berührbar, spürbar schon jetzt – allerdings nie an der bloßen Oberfläche, nie ohne den Weg zu unserem wahren Selbst.

 Dieser Weg bedeutet, alles loszulassen, was mich sonst beschäftigt, in Atem hält, was ich so unbedingt will und wünsche, alle Sorgen und Gedanken, in die ich mich verstrickt habe. In der inneren Stille kann ich das Wunder, das ich selbst bin, entdecken. Der Mystiker Angelus Silesius sagt: „Halt, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir! Suchst du Gott anders-wo, du fehlst ihn für und für.“

 Der Himmel in mir ist meine wahre Heimat. Er ist die alleinige Stütze im Alltag; die Fülle, die mich durch das Leben trägt. Den Blick immer wieder auf diese innere Heimat gerichtet, kann und wird Auferstehung geschehen. Möge uns allen an diesem Osterfest geschenkt werden, das Wunder der Auferstehung in uns selbst zu erleben.

Ihr Pfarrer Andreas Bader

 

Eintrag vom: 31.03.2018