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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

Gemeinsame Osterandacht von Pastor Floringer

Wir setzen die Tradition fort, im Osterpfarrbrief der Kath. Pfarrgemeinde St. Ludger und im Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Selm eine gemeinsame Andacht abzudrucken. In diesem Jahr stammt die Andacht von Pastor Floringer, dem neuen Geistlichen in der Gemeinde St. Ludger.

Herzlich Willkommen – Welcome – Bienvenue –

םיאבה םיכורב (hebr. „Gesegnet die Kommenden“)

Liebe Selmer,

zu Ostern grüße ich Sie ganz herzlich! Ich, ich bin der neue Pastor Andreas Floringer in Selm St. Ludger. Kurz vor Weihnachten wurde ich in der Gemeinde „Willkommen geheißen“ und bin jetzt knapp ein halbes Jahr hier. Viele Gemeindemitglieder haben mich in der ersten Zeit häufig gefragt, ob ich mich hier in Selm wohlfühle – und mich auch schon ein wenig eingelebt hätte? Allein das Nachfragen tut schon gut und zeigt Interesse am Anderen an, trägt somit zum Wohlbefinden und -fühlen bei, lässt Ängste und Fremdheitsgefühle bei mir schwinden! Schön fand ich daher den Einführungsgottesdienst im Advent, die herzliche Begrüßung dort im Familiengottesdienst, die symbolischen Willkommensgeschenke und die anschließende Begegnung beim Mittagessen im Pfarrheim von St. Ludger.

Dort ergaben sich bereits die ersten Kontakte. Aber auch die Nachbarn bei mir im Haus haben dazu beigetragen, dass ich mich mehr und mehr in Selm heimisch fühle. Sie haben mir einiges im Haus erklärt und gezeigt – und an Weihnachten lag sogar ein kleines Geschenk vor der Tür. Auch die Selmer an sich habe ich auf den Straßen und in den Geschäften bisher als sehr freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend erlebt. .Öfters wurde ich schon mal in der Schlange an der Kasse vorgelassen, wenn ich nur ein paar Kleinteile in der Hand hatte! Und dabei war ich für viele noch ein Unbekannter und Fremder. All das und vieles andere mehr hilft mir, gut anzukommen hier in Selm, einschließlich des Empfangs der Neubürger durch den Selmer Bürgermeister! Ich denke, wenn die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Selmer keine Unterschiede zwischen Einheimischen, Zugezogenen und Fremden macht, dann herrscht hier eine gute Willkommenskultur, die mancherorts fehlt – manchmal sogar auch innerhalb der Kirche! Ein Satz von Martin Buber, der mir sehr lieb geworden ist, lautet: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung!“ Allein schon der Wind, der mir um die Nase weht, lässt mich spüren, dass ich lebendig bin. Regen und Sonne, die meine Haut berühren, auch! Was ich sehe, rieche und schmecke ebenfalls! Und wie viel mehr noch der Mensch, der mir begegnet, der mich anspricht, mit dem ich mich austausche und unterhalte und mit dem ich etwas zusammen unternehmen und erleben darf! Ein weiterer Satz von Martin Buber lautet auch: „Der Mensch wird am Du zum Ich!“ Wie zuerst Vater und Mutter ein Spiegel für das kleine Menschenkind sind, um zu erfahren, wer es selber ist (hoffentlich ein geliebter und bejahter Mensch), so erfahre ich durch meine Mitmenschen, wer ich selber bin und wer ich für sie bin und umgekehrt! Von daher wird mein Leben reicher, je mehr ich in den Austausch und Kontakt mit Anderen und der Welt komme! Ich erfahre ein „Mehr“ von Leben! Zu einer guten Begegnung würde ich sogar sagen: „Begegnung ist Heilung, wirkt heilend und Heil!“ Wenn alles Leben Begegnung ist – und der Mensch am Du zum Ich wird, dann frage ich mich manchmal: „Wenn der Mensch – am Menschen – zum Menschen wird, was wird wohl dann der Mensch – an Gott? Göttlich?!“ Im Hebräerbrief heißt es so schön: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt!“ (Hebr 13,2). Die Osterberichte sagen sogar, dass wir Jesus den Auferstandenen selbst im Nächsten und Mitmenschen entdecken können! Die Geschichte von Maria Magdalena am leeren Grab, die Emmausjünger, das Ostermahl am See von Genezareth usw. künden davon! So wünsche ich Ihnen in diesen Ostertagen gute, göttliche Begegnungen, eine Fälle an neuen Erfahrungen, neuem Leben und Lebendigkeit im Kontakt mit Ihren Mitmenschen, den Neuen und Fremden sowie auch Freunden.

Ihr Pfarrer

Andreas Floringer

Eintrag vom: 29.03.2017