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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

"Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..."

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; / es kommt der Herr der Herrlichkeit, / ein König aller Königreich, / ein Heiland aller Welt zugleich, / der Heil und Leben mit sich bringt, / derhalben jauchzt, mit Freuden singt: / Gelobet sei mein Gott, / mein Schöpfer reich von Rat. So beginnt ein Lied, liebe Leserinnen und Leser, das ich mag, das ich gerne singe, das für mich zum Advent dazugehört.

Der Texter dieses Liedes vom Kommen des Heilands in unsere gar nicht heile Welt greift dabei auf Worte aus Psalm 24 zurück: „Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Streit.“ Ja, stark und mächtig, so wünschen wir ihn uns. So müsste ER schon sein, denken wir - und werden enttäuscht: Nackt und ohnmächtig liegt der Retter der Welt in einer Futterkrippe! Worin besteht unsere Täuschung? Darin, dass wir Stärke mit Gewalt verwechseln. Gott aber wechselt Stärke in Sanftmut und Barmherzigkeit. Er ist gerecht, ein Helfer wert; / Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, / sein Königskron ist Heiligkeit, / sein Zepter ist Barmherzigkeit; / all unsre Not zum End er bringt, / derhalben jauchzt, mit Freuden singt: / Gelobet sei mein Gott, / mein Heiland groß von Tat. So geht das Lied weiter. Aber: Reicht das? Sind Sanftmut und Barmherzigkeit wirklich stärker als „all unsre Not“? Man darf das fragen. Man muss das fragen. Eine Antwort finde ich in einer rabbinischen Erzählung vom Kommen des Messias, also des Christus: „Um das Reich des Friedens herzustellen, werden nicht alle Dinge zu zerstören sein, und eine ganz neue Welt fängt an. Sondern diese Tasse oder jener Strauch (und so alle Dinge) sind nur ein wenig zu verrücken. Weil aber dieses Wenige so schwer zu tun ist und sein Maß so schwierig zu finden ist, können das nicht die Menschen, sondern dazu kommt der Messias. “Ein wenig nur wird er die Dinge verrücken...

Ach, merkten wir doch, wie er schon dabei ist; dabei, die Dinge (und uns) an den rechten Platz zu stellen.

Das wünscht Ihnen und sich

Ihr Pfarrer Lothar Sonntag

 


Eintrag vom: 28.11.2016