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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

„God is still speaking. / Gott spricht immer noch.“

„God is still speaking. / Gott spricht immer noch.“ Unwillkürlich beschäftigt dieser Satz mich seit einiger Zeit, denn das bunte Plakat mit diesem Schriftzug hängt direkt vor meinen Augen. Ich sitze in einem Konferenzraum in Haus Villigst, dem Tagungshaus unserer westfälischen Landeskirche. Amerikanische Gäste aus unserer Partnerkirche in den USA sind – wie in jedem September – zu Besuch. Gemeinsam haben wir eine Tagung vorbereitet und tauschen uns nun aus. „God ist still speaking.“ Immer wieder fällt mein Blick auf diesen Satz. Währenddessen sprechen wir über die Herausforderungen der Gegenwart. Wir sprechen über die Situation der Flüchtlinge in Europa, über den Präsidentschaftswahlkampf in den USA. „God ist still speaking.“ Wir sprechen über die Vergangenheit, über die Terroranschläge vom 11. September, die sich an diesem Wochenende zum 15. Mal jähren. Wir sprechen über die Kirchengemeinschaft, deren 25-jähriges Jubiläum unsere Kirche, die Evangelische Kirche von Westfalen, mit den Partnerkirchen aus Ohio und Indiana-Kentucky an diesem Wochenende feiert. „God ist still speaking.“ Während wir diskutieren schweifen meine Gedanken ab und ich frage: „Was sagt Gott denn? Und wo ist er zu hören?” Ich möchte wissen: “Mit wem spricht er eigentlich?” Ich werde unruhig, ungeduldig – mit Gott.

Dann fällt mein Blick auf ein weiteres Plakat, das die amerikanischen Freunde mitgebracht haben. Darauf lese ich: „Never place a period, where God has placed a comma. / Mach niemals einen Punkt, wo Gott ein Komma gesetzt hat.” Jetzt frage ich mich selbst: Habe ich nicht allzu oft schon einen Punkt gemacht, einen Schlussstrich gezogen, Dinge abgehakt, verloren gegeben …? „God is still speaking.“ Aber höre ich hin? Höre ich, was Gott in vielfältigen Situationen zu sagen hat? Höre ich die unterschiedlichen Stimmen, die mal flüstern, mal schreien? Und höre ich, wenn ich gefragt bin? „God is still speaking.“ Ich glaube, dass Gott uns auch heute zutraut, ihn zu hören und aus dem Gehörten Konsequenzen zu ziehen. Unsere Botschaft mag 2000 Jahre alt sein, unser Denken und Handeln nicht. Und wenn das wirklich so ist, dann geht es darum, die alte Botschaft von der Liebe Gottes zu bewahren und gleichzeitig Gottes Wort als lebendiges Wort zu hören, das heute und für die Zukunft etwas zu sagen und zu bewirken hat. Lassen Sie uns gemeinsam die Ohren offen halten!

Herzlichst, Ihre Pfarrerin Heike Scherer

Eintrag vom: 27.09.2016