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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

Die Botschaft der Auferstehung

Liebe Leserin, lieber Leser!

Nichts drückt den christlichen Glauben so klar aus wie die Botschaft der Auferstehung.
Nachdem Jesus auferstanden ist, werden auch wir von den Toten auferstehen. Das ist alles andere als leicht zu begreifen. Möchten Sie das überhaupt? Weiterleben nach dem Tod? Manche antworten auf diese Frage: „Interessiert mich nicht. Ich lebe im Hier und Jetzt, und was danach kommt, das ist mir egal.“
„In den Kindern werde ich nach meinem Tod weiterleben“, sagen andere. Da ist die Vorstellung, dass etwas bleibt vom eigenen Leben, dass etwas weitergeht, die eigene Person nach dem Tod nicht schnell in Vergessenheit gerät. Das Weiterleben scheint eine Ursehnsucht des Menschen zu sein.
Viele Religionen haben die Hoffnung, dass nach dem Tod noch etwas kommt, auch wenn die Vorstellungen sehr unterschiedlich sind.
Und auch die alten Kulturen haben eine Vorstellung davon, dass es nach dem Tod etwas gibt, egal wann und wo die Menschen gelebt haben.
Die Ägypter sahen im Grab den Ort, wo man zu neuem Leben aufersteht. Die Germanen füllten die Gräber mit Reiseutensilien für das Totenreich. Und als Jesus lebte, war der Gedanke an die Auferstehung sehr lebendig. Das Judentum kennt die Auferstehung als ein Sein im Reich Gottes.
Ein beliebtes Symbol auf den Grabsteinen der ersten Christen war der Schmetterling. Ich finde, das ist ein starkes Bild für das, wovon man so schwer sprechen kann.
Aus dem toten Kokon, der toten Hülle entsteht ein ganz anderes, ein neues Wesen. Die vorherige Gestalt ist verwandelt, und der Schmetterling hat Möglichkeiten, von denen er als Raupe nicht hatte träumen können. Neugeboren zu werden, bereits mit der Taufe beginnt es, so bekennen es Christinnen und Christen und sagen, „Mein Glaube hat mich verändert“. Und es wächst eine neue Haltung Gott, den Menschen und dieser Welt gegenüber. Eine Kraft ist das, die nicht von dieser Welt ist. Verrückt und geheimnisvoll und schwer zu begreifen. Wie es Dietrich Bonhoeffer formulierte: „Christus ist nicht in die Welt gekommen, dass wir ihn begriffen, sondern dass wir uns an ihn klammern, dass wir uns einfach von ihm hinreißen lassen in das ungeheure Geschehen der Auferstehung.“ Doch es ist die größte Hoffnung, von der wir zehren können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Passions- und Osterzeit!
Ihre Pfarrerin Antje Wischmeyer

Eintrag vom: 01.02.2016