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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

Ich mag die Weihnachtszeit

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich mag die Weihnachtszeit mit ihren kurzen Tagen und ihren langen Nächten und mit ihrer Dunkelheit. Denn die erfahre ich als sichtbaren Widerspruch gegen alle Versuche, die Nacht zum Tag machen zu wollen: Zu leben, zu arbeiten, einzukaufen - rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr.
Atemlos macht das. Besinnungslos auch. Und es ist zutiefst gnadenlos, weil jeder menschliche und menschenfreundliche Rhythmus fehlt.

Ja, ich mag die Weihnachtszeit, auch wegen ihrer Dunkelheit. Denn die tut meinen Augen und meinem Gemüt gut. Ist regelrecht eine Wohltat angesichts des ständigen Leuchtens und Blinkens, Glänzens und Strahlens in den Einkaufsstraßen und Shopping-Tempeln. Dort buhlt die schöne bunte Warenwelt mit blendenden Angeboten
und Verlockungen um mich, um meine Aufmerksamkeit, um meinen Geldbeutel. Sie verspricht mir die Erfüllung meiner Wünsche und Sehnsüchte.
Und kann doch nicht mehr bewirken als eine Ersatz-Befriedigung, die einen schalen Geschmack zurücklässt, ohne den wahren Hunger stillen zu können.
Ja, ich mag die Weihnachtszeit, mit und wegen ihrer Dunkelheit. Denn die erlaubt es meinen Augen, auch die zu sehen, die ich sonst nicht wahrnehme und nur zu leicht übersehe: die im Dunkeln!
Die beim Heile-Welt-Spielen nicht mitmachen können oder wollen. Die, oft durch eine Kleinigkeit nur, aus der Bahn geworfen wurden. Die Opfer wurden von Modernisierung und Globalisierung. Die, auf der Flucht vor unmenschlichen Verhältnissen, auf der Suche sind nach einem besseren Leben.

Ich mag die Weihnachtszeit: Weil Weihnachten uns und unsere Welt in ein anderes Licht getaucht hat!

Ihr Pastor Lothar Sonntag

Eintrag vom: 01.12.2015