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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

Ostern 2015

Ostern 2015

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Als Zeichen guter Verbundenheit lesen Sie hier wieder ein ökumenisches Grußwort zur Osterausgabe der Gemeindebriefe der evangelischen und katholischen Kirchen hier in Selm.
„An Gott zu glauben, fällt mir immer schwerer“, sagte ein Mann mir vor einigen Wochen. Er beschäftigt sich nebenbei gern mit dem Weltraum. „Die Erde ist doch nur ein kleiner ´Randplanet´ in den Weiten der Galaxien und vielleicht sind wir auch nicht die einzigen Menschen. Wieso sollte Gott sich dann gerade uns Menschen zuwenden?“
Es gibt dazu keine einfache Antwort. Bei der Größe der Galaxien ist die Erde sicher so etwas wie ein Sandkorn am Strand. Und für gerade dieses interessiert sich Gott – entweder ist das sehr unwahrscheinlich oder ein riesiges Geschenk, dass er so handelt. Ich denke bei derartigen Fragen oft an eine Einführungsvorlesung Theologie zu Beginn meines Studiums zurück. Dort wiederholte ein Philosophieprofessor immer wieder den Satz: „Glauben heißt ´nicht wissen´!“ Dieser Satz erscheint so unbedeutend, so einfach, so selbstverständlich. Und doch ist er eine sehr wichtige Grundlage unseres Glaubens.
Der Akt des Glaubens ist ein deutliches Risiko. Wir haben keine Garantie dafür, sozusagen alles auf die richtige Karte „Es gibt einen Gott, und wir sind ihm überaus wichtig“ zu setzen. Wir wissen nicht, ob der Glaube an einen persönlichen Gott und Schöpfer richtig ist. Und dennoch tun wir es: Glauben wir, weil es uns richtig und wichtig erscheint. Glauben, weil wir als Menschen eine Antwort brauchen auf das Woher und das Wohin dieser Welt und des Menschen. Wir glauben, weil wir eine Antwort brauchen auf Leid, Gewalt und Tod und nicht zuletzt sogar eine Antwort auf die Freude. Darin verbirgt sich die Frage nach dem Sinn dieses menschlichen Lebens. Dazu gibt es nicht eine beweisbare Antwort, wohl aber geglaubte Wahrheiten, glaubwürdig gelebte Antworten von Menschen. In dieser Reihe glaubwürdiger Menschen steht für mich auch Jesus Christus. Er ist für seinen Glauben den Weg bis ans Kreuz gegangen, hält daran fest bis in den Tod. Er hätte kneifen, seine eigene Haut retten können, aber er ließ von dieser seiner Glaubenswahrheit nicht ab. Und nach der Grabesruhe begann das angekündigte und doch so unerwartete Neue: Auferstehung.

Titelbild des Gemeindebriefes und das Bild zu diesem Artikel zeigen das Bild Omega aus der Ausstellung „Wege zum Kreuz…“ – Jesu Auferstehung. Uns allen ist klar, dass Auferstehung so nicht aussieht, aber Aspekte davon sind Teil des großen Endes, das uns versprochen ist: Ein Leben in Gottes Gegenwart, in seinem Licht, schön, geborgen, sorgenfrei – durch Jesu Tod und Auferstehung.
Die Ausstellung „Wege zum Kreuz – eine persönliche Spurensuche zu Kreuzweg und Auferstehung“ (in der St. Josef Kirche und Pfarrsaal noch bis zum 12.4.2015 zu sehen) stellt im Grunde an jeden einzelnen die Frage: Wie weit kannst du mit Jesus gehen, wie weit Jesu Botschaft mittragen, eine Botschaft, in deren Zentrum das neue Leben steht? Finden Sie Ihre Antwort!

Eine gute Osterzeit wünscht Ihnen
Pfr. Claus Themann

Eintrag vom: 01.04.2015