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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.
Gal 5,22-23

Liebe Leserinnen, liebe Leser! „Du meine Güte, welcher Mensch soll das denn schaffen?“ So war mein erster Gedanke, als ich den Bibelvers für den Monat Juni las. Alles gut und richtig: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Alles gut und richtig - aber ist es auch realistisch in unserem Alltag? Sieht der nicht oft ganz anders aus? Und was geschieht, wenn ich mich um all die Dinge bemühe, mein Gegenüber aber so gar nicht freundlich und sanftmütig mit mir umgeht? Wie sieht’s dann aus mit meiner Selbstbeherrschung? Bei meinem Grummeln über den Monatsspruch fällt mir plötzlich auf, dass ich den Anfang des Satzes völlig außer Acht gelassen habe. Bei meiner Beschäftigung mit den Ansprüchen, die mir so schwer erfüllbar erscheinen, habe ich komplett übersehen, dass davor ja erst einmal ein Zuspruch steht: Der Zuspruch von Gottes Geist. Gottes Geist, der das menschliche Leben schon einmal durcheinander wirbeln kann und auch schwer Vorstellbares im menschlichen Miteinander möglich machen will. Gottes Geist, der beim ersten Pfingstfest in Jerusalem Menschen aufeinander zugehen ließ und ihnen die Fähigkeit gab, sich miteinander zu verständigen, unabhängig von ihrem Herkommen und ihrer Sprache. Gottes Geist, der den Menschen geschenkt wurde, ohne dass sie zuvor beweisen mussten, dass sie freundlich und sanftmütig sein wollten und konnten. Gottes Geist, der ihnen aber genau das ermöglichen will – damals in Jerusalem und heute auch noch. Denn gerade weil unser Alltag oft so anders ist, brauchen wir Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Ihre Heike Scherer, Pfarrerin

Eintrag vom: 01.06.2014