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Andacht

Bild - Evangelische Kirchengemeinde Selm

Nicht im Regen stehen - Andacht

Nicht im Regen stehen - Andacht

Et es, wie et es, et kütt, wie et kütt, und et hätt noch immer joot jejange: so wissen es die Kölner Jecken. Aber so sympathisch mir ein solcher Realismus auch ist – zu teilen vermag ich ihn nur selten. Bin ich zu sehr (sturer) Westfale, dazu noch (nüchterner) Protestant? Habe ich zu oft erfahren, dass es nicht gut ausgegangen ist? Oder bin ich schlicht von Natur aus ein vorsichtiges und eher ängstliches Menschenkind? Jedenfalls möchte ich nicht im Regen stehen! Und darum versuche ich mich vor Gefahren zu schützen und gegen Unbill abzusichern. Die Wetter-App wird vor dem Gang nach draußen zu Rate gezogen. Und das Regenzeug kommt auch dann in den Rucksack, wenn die Sonne scheint.

Mögliche Risiken vermeiden, ungewollte und unerwünschte Ereignisse ausschließen: Ja, so planen wir unser Leben. Manchmal klappt das sogar. Aber eben nur manchmal. Weil das Leben nicht planbar ist! Zu viele Eventualitäten und Unwägbarkeiten bestimmen es mit. Und das ist auch gut so. Denn was würden wir alles verpassen, wenn unser Leben strikt nach Plan verliefe?!

„Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“ lautet 2020 das Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche. Wie jedes Jahr will sie die an ihr Teilnehmenden aus dem Trott bringen. Die verzichten ja nicht nur auf die Tasse Kaffee oder Süßes. Sondern sie fasten auch im Kopf; hinterfragen die alltägliche Routine, probieren andere   Sichtweisen aus, fragen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Vertrauen auf Gott und das, was er gewährleistet – nichts anderes bedeutet Zuversicht. Also ein Leben ohne falsche Sicherheiten und trügerische Garantien. Dafür in den Abenteuern des Alltags das Positive und Hoffnungsvolle suchen. Der Pfütze nicht ausweichen, sondern in sie hinein springen. Anstatt sich vor dem Regen zu verstecken, mit erhobenem Kopf und weit geöffnetem Mund seine Tropfen zu fangen versuchen. Wer weiß: Vielleicht kommen wir so, im Regen hüpfend und gehend und womöglich sogar tanzend, ja Gottes Wahrheit näher, und dabei auch uns selbst?
Das fragt sich (und Sie)

Ihr Pastor Lothar Sonntag

Eintrag vom: 01.03.2020